Spatenstich für neue Polizeiinspektion in Landstuhl gefeiert

Mit einem symbolischen Spatenstich am Donnerstag, 11. April 2019, wurde der Beginn des Neubaus für die Polizeiinspektion (PI) Landstuhl gefeiert. Voraussichtlich im Jahr 2021 können die rund 100 Polizeibediensteten an den neuen Standort in der Bahnstraße umziehen. Bisher ist die PI Landstuhl in derselben Straße in einem angemieteten Gebäude untergebracht. In den Neubau an verkehrsgünstiger Stelle investiert das Land 5,55 Mio. Euro.

Landstuhl – Die Landesregierung war mit Innenminister Roger Lewentz und der Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen prominent vertreten. Mit sichtlicher Freude schwangen sie auf dem Baufeld für die neue Polizeiinspektion in der Bahnstraße 54a die Spaten, tatkräftig unterstützt vom Polizeipräsidenten des Präsidiums Westpfalz Michael Denne, Stadtbürgermeister Ralf Hersina und Niederlassungsleiter Norbert Höbel vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung. Der Standort für die neue PI wurde als bester unter fünf Grundstücksalternativen ausgewählt. Polizeitaktische Gründe und die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gaben den Ausschlag. Am bisherigen Standort der PI war, trotz einiger Umbauten in der Vergangenheit, der Raumbedarf nicht mehr zu erfüllen.  

 „Ein Gebäude von der Stange ist eine solche Polizeiinspektion, wie sie hier in Landstuhl entsteht, nicht. Das Gebäude wird so konstruiert und ausgestattet sein, dass auch besondere Einsatzlagen koordiniert werden können. Das bedeutet eine hohe technische Installation, die Datentechnik ist modernster Standard. Alle Fenster, Türen und Toranlagen unterliegen besonderen Sicherheitsanforderungen. Das Land investiert in die Sicherheit – dazu gehören auch gut ausgestattete und moderne Polizeigebäude“, so Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen beim Spatenstich.

Der Entwurf für die neue PI sieht ein Gebäude mit drei Geschossen vor, das sich mit seiner Längsseite von 39,5 Metern parallel zur Grundstücksgrenze entlang der Bahnstraße erstreckt. Damit wirkt es entsprechend den Aufgaben der Ordnungskräfte angemessen repräsentativ, gleichzeitig aber einladend für die Bürger durch den ebenerdigen Eingangsbereich, der an einer Ecke des Gebäudes leicht zurückgesetzt angeordnet wird. Parkplätze und weitere ergänzende Funktionen werden dagegen im rückwärtigen Bereich untergebracht, so dass die Gebäudearchitektur zur Geltung kommt.

 „Moderne und ansprechende Dienststellen sind kein Selbstzweck, sondern dienen der Sicherheit und tragen zur Transparenz und zur Offenheit für die Belange der Bürgerinnen und Bürger bei“, betonte Innenminister Roger Lewentz. Mit dem Spatenstich rücke die neue Polizeiinspektion in greifbare Nähe. Die günstige Lage sei für die Inspektion und die Bevölkerung ein Glücksfall. Ein weiterer Pluspunkt des Neubaus sei, dass es endlich mehr Platz geben werde, so Lewentz. Nach der Zuweisung von zusätzlich 20 Stellen zum Schutz militärischer Anlagen sei das bisherige Dienstgebäude an seine Grenzen gelangt. Die Polizei brauche den Neubau, um den vielfältigen Anforderungen, die täglich an sie gerichtet werde, nachkommen zu können, sagte der Minister.

Im Inneren soll die Polizei modernste Arbeitsbedingungen vorfinden. Auf einer Nettoraumfläche von 1.224 Quadratmetern sind zeitgemäße Funktions- und Technikräume untergebracht, unter anderem für die Inspektion, Leitstelle, den Kriminaldienst sowie ein Multifunktionsraum und Arrestzellen. Die IT-Infrastruktur ist auf dem neuesten Stand. Moderne Duschen und Umkleiden sind genauso selbstverständlich wie Barrierefreiheit bei Toiletten, Fluren und Fahrstuhl.

Polizeipräsident Michael Denne sagte: „Wir sind hocherfreut über den Bau des neuen Gebäudes. Er ist dringend notwendig und uns deshalb seit längerem ein wichtiges Anliegen. Die Anforderungen an die Polizei und damit auch an ihre Unterbringung haben sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt, beispielsweise was die erhöhten Sicherheitsanforderungen, aber auch neue Anforderungen im Bereich der Kriminaltechnik oder an Vernehmungs- und Asservatenräume angeht. Das neue Dienstgebäude wird diese Anforderungen erfüllen und verspricht das Ende der beengten Verhältnisse. Es wird von allen Kolleginnen und Kollegen herbeigesehnt und mit gespannter Vorfreude erwartet.“

Das nicht unterkellerte Bauwerk wird auf einer Stahlbeton-Bodenplatte in Stahlbeton-Massivbauweise errichtet. Die Fassade ist ruhig, aber abwechslungsreich konzipiert, zum Beispiel mit durchlaufenden, rhythmisch gegliederten Fensterbändern. Dabei wechseln sich Fenster mit Aluminium-Fassaden-Lamellen ab. Vorgesehen ist eine vorgehängte Fassade mit bis zu 24 Zentimetern Wärmedämmung, bekleidet mit Faserzementplatten. Die Rahmen der Außentüren und Außenfenster setzen optische Akzente. Im Erdgeschoß werden Aluminiumrahmen, in den beiden Obergeschossen Kunststoffrahmen eingesetzt. Die technische Ausführung und die Verglasungen der Fenster entsprechen, wie das gesamte Gebäude, selbstverständlich den Sicherheitsanforderungen für Polizeigebäude.

„Heute ist ein bedeutsamer Tag für die Sickingenstadt!“, sagte der Bürgermeister der Stadt Landstuhl Ralf Hersina. „Die Entscheidung des Landes für den Verbleib der PI in Landstuhl und den hier entstehenden Neubau unterstreicht die Bedeutung unserer schönen Stadt als einziges Mittelzentrum im Landkreis Kaiserslautern. Die gute Beziehung zwischen Stadt, Bürgern und „unserer“ PI geht damit in eine neue Runde. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen beteiligten Entscheidungsträgern, dass sie sich für den Standort Landstuhl entschieden haben. Die Stadt Landstuhl wird alle Anstrengungen unternehmen um dieses gute Miteinander auch in Zukunft zu pflegen.“

Im Hofbereich sind unter einer robusten Überdachung (Stahlkonstruktion) 15 Stellplätze für Einsatzfahrzeuge, zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge und ein Fahrradabstellplatz vorgesehen. Weitere 17 Stellplätze stehen für Polizeibedienstete zur Verfügung. Besucher können außerhalb der Einfriedung auf fünf Stellplätzen parken, davon ist einer als barrierefrei ausgewiesen.

Schon der Entwurf legt Wert auf Energieeffizienz. Laut Energieausweis liegt der Energieverbrauch bei 73 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a). Das ist rund ein Drittel besser als die von der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 geforderten 110 kWh/m²a für Nichtwohngebäude. Erreicht wird dies durch die Dämmung von Bodenplatte, Fassade und Dach sowie den Einbau von Fenstern mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung. Zusätzlichen Strom liefern die Fotovoltaikanlagen auf dem Flachdach des Gebäudes und der Stellplatzüberdachung mit einer Leistung von insgesamt 50 Kilowatt in der Spitze (kWp). 

Der Leiter der LBB-Niederlassung Kaiserslautern Norbert Höbel sagte: „Das Team der LBB-Niederlassung Kaiserslautern und die mit dem Projekt betrauten Architekten und Ingenieure freuen sich auf die Baumaßnahme. Sie werden alles daran setzen, durch eine gut strukturierte Projektabwicklung den Bediensteten der Polizeiinspektion Landstuhl im Frühjahr 2021 ein Gebäude zu übergeben, das die jahrelangen Einschränkungen und Kompromisse entbehrlich machen wird. Die neue PI wird alle aktuellen Anforderungen an Funktionalität, Energieverbräuche und Sicherheitsbelange in höchstem Maße erfüllen. Wir hoffen, dass wir trotz der hohen Auslastung der Baubranche genug Angebote von fachkundigen Firmen für die Durchführung der Bauarbeiten erhalten werden.“ 

 

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