Rückbau des ehemaligen Studierendenwohnheims Inter I an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz beginnt

Der Rückbau des ehemaligen Studierendenwohnheim Inter I an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beginnt mit dem Aufbau eines Gerüsts: Vor dem Abbruch des 45 Meter hohen Hochhauses wird an seinen Fassaden das schadstoffhaltige Fugenmaterial fachgerecht entfernt und entsorgt. Vertreterinnen und Vertreter der benachbarten städtischen Kindertagesstätte, des Wohnheims Inter II und der JGU wurden in einer vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) organisierten Besprechung über Abläufe und Schutzmaßnahmen informiert.

Mainz - In diesen Tagen beginnt die Baustelleneinrichtung zum Rückbau des ehemaligen Inter I an der JGU. Das Baustellengelände wird mit einem robusten Bauzaun eingefriedet, Container für die unterschiedlichen Bauschutt-Fraktionen entsprechend dem Entsorgungskonzept werden aufgestellt. Das Aufbauen des Gerüstes in etwa gleicher Höhe wird etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Zum Schutz vor Staub wird es komplett mit einem feinmaschigen Schutznetz versehen. Der Ablauf folgt dem detaillierten Fahrplan von spezialisierten Planungsbüros und des mit dem Rückbau beauftragten Unternehmens. Die Kosten der Schadstoffsanierung und -entsorgung belaufen sich auf knapp 1 Mio. Euro.

Die Fassadenfugen des ehemaligen Studierendenwohnheims enthalten entsprechend seiner Bauzeit in den 1960er-Jahren unter anderem Asbest. Das Fugenmaterial wird von Arbeitern mit Atemschutzmasken und weißer Schutzkleidung ausgebaut, in dichte Boxen verpackt und mit einem Außenaufzug zu den Containern befördert. Im Inneren des Hochhauses befinden sich keine Schadstoffe mehr. Sie wurden bereits bei seiner Entkernung fachgerecht ausgebaut und entsorgt.

Dagegen müssen die beiden kleinen Nebengebäude vor ihrem Abriss noch ausgeräumt und von innen schadstoffsaniert werden. Dabei werden mit Folien abgeschottete Arbeitsbereiche gebildet, in denen ein Gebläse Unterdruck erzeugt. Asbestfasern, die beim Ausbau belasteter Bauteile freiwerden, können dadurch nicht nach außen gelangen. Sie werden mit speziellen Sauggeräten abgesaugt. Die Zwischenlagerung von belasteten Materialien auf der Baustelle erfolgt kurzzeitig in Containern, die sobald sie voll sind zügig abgefahren werden. Die gesamte Baustellenandienung läuft über die Zufahrt in der Koblenzer Straße und nicht über die viel befahrene Saarstraße. 

Nach dem fachgerechten Ausbau und der Entsorgung aller belasteten Materialien beginnt voraussichtlich im Herbst dieses Jahres der Abbruch der Gebäudesubstanz mit dem Niederlegen der zwei Nebengebäude innerhalb von Tagen. Das Hochhaus wird von oben nach unten zurückgebaut. Das Staffelgeschoss und die obersten Etagen werden mit Mini-Baggern abgetragen, die mit einem Autokran an ihren Einsatzort gehoben werden. Anschließend wird das Gerüst komplett abgebaut. Den weiteren Rückbau übernehmen sogenannte Longfront-Bagger, die mit ihren Abbruch-Scheren bis zu 35 Meter hinaufreichen. Innerhalb von Wochen sollen das Hochhaus, fast sein gesamter Keller und die Bodenplatte zurückgebaut sein.