Finanzministerin Ahnen besichtigt Arbeiten an der Konstantin-Basilika

Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen am 12. Juli die Konstantin-Basilika in Trier, um sich vor Ort über die laufenden Instandhaltungsarbeiten zu informieren. Der größte erhalten gebliebene Saalbau der Römerzeit zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist derzeit eingerüstet. Rund 800.000 Euro investiert das Land unter anderem in ein dauerhaftes Seilsicherungssystem für anstehende Arbeiten auf dem Dach, die Konservierung römischer Putzreste und den Neuanstrich sämtlicher Fensterrahmen.

TRIER - Schon das Gerüst ist beeindruckend. Mit seinen 16 Etagen umhüllt es die Konstantin-Basilika bis zur Traufe in 30 Metern Höhe und noch ein Stück darüber hinaus. Ein Aufzug bringt Arbeiter und Material nach oben. Dank des Gerüsts kann auf dem Dach gefahrlos eine Seilsicherungsanlage installiert werden, in die sich die Handwerker künftig wie Bergsteiger mit ihren Sicherungsseilen einklinken. Im gleichen Zuge werden Undichtigkeiten an der Dachkonstruktion repariert, beschädigte Ziegel ersetzt, die Blitzschutzanlage saniert und der gemauerte Kaminkopf erneuert. Geplant und gesteuert werden die Arbeiten von der Niederlassung Trier des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB). Der Abbau des Gerüstes ist bis zum Jahresende geplant.

"Wir wissen um unsere Verantwortung für den Erhalt unseres kulturellen Erbes und nehmen diese Verantwortung als Land sehr ernst. Die aktuellen Maßnahmen an der Konstantin-Basilika für die Arbeits- und Betriebssicherheit schaffen die Voraussetzung dafür, dass der Bau weiterhin sicher genutzt und instandgehalten werden kann. Die Konstantin-Basilika ist ein herausragender Bau, eine aktiv genutzte Kirche und ein Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher. Die Entscheidung, sie einzurüsten erfolgte nach sorgsamer Abwägung und wird dazu beitragen, das einzigartige Denkmal auf Dauer zu erhalten", so Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen bei ihrem Besuch vor Ort.

Vom Gerüst aus werden auch Instandhaltungs- und spezielle Denkmalschutzarbeiten ausgeführt. An der zum Konstantinplatz gerichteten Westseite haben sich in den Fensterlaibungen (innere Mauerflächen oben und an den Seiten der Fensteröffnung) original römische Außenputze erhalten, teilweise noch mit Resten römischer Malerei. Um die historischen Putzreste vor Witterungseinflüssen und einem weiteren Verfall zu schützen, werden in den Laibungen Schutz-Überputzungen aufgebracht. Der Schutzüberzug wird dabei ohne Verbindung zum historischen Mörtel aufgetragen und mit einem netzförmigen Befestigungssystem mit dem Untergrund verbunden. Das Verfahren wurde 2011 zunächst an der Nordseite der Apsis eingesetzt und hat sich erwiesenermaßen bewährt.

"Als Evangelische Kirchengemeinde sind wir sehr stolz darauf, dass uns dieses Weltkulturerbe als Kirchenraum zur Verfügung steht", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, Claudia Giehl. "Neben den sonntäglichen Gottesdienten ist dies ein idealer Ort auch für größere Veranstaltungen der Kirchengemeinde oder der Landeskirche wie zum Beispiel den diesjährigen Rheinischen Posaunentag. Entsprechend sind wir dankbar für die aktuellen Instandhaltungsmaßnahmen. Dass bei den Bauarbeiten immer wieder auf die Belange der Kirchengemeinde Rücksicht genommen wird, freut uns sehr. Es ist auch Ausdruck des guten Miteinanders zwischen Finanzministerium, LBB und Evangelischer Kirchengemeinde, wie wir sie schon seit Jahren erleben dürfen."

Da die Fenster der Basilika sich in luftiger Höhe befinden - die obere Fensterreihe in 20 Metern - wird das Gerüst auch dafür genutzt, sämtliche Holzrahmen neu zu streichen und die Scheiben zu putzen. Außerdem wird die kastenförmige Dachrinne an der Ostseite gesäubert. An der Fassade werden lose Mörtelteile entfernt und kleinere Schäden behoben.

Auch im Inneren der Basilika wurde ein "kleines" turmartiges Gerüst errichtet. Es befindet sich an der Ostwand nahe der Apsis und ermöglicht dort einen temporären Zugang zum Dachraum: Teile der Fichtenholz-Kassettendecke aus der Zeit des Wiederaufbaus bis 1956 und deren Einbauten - wie die Aufhängung der Hängeleuchten - werden ertüchtigt. Auch diese Arbeiten schaffen mehr Sicherheit, unter anderem beim Zugang zu den Dachausstiegen oder beim Bedienen der Seilwinde für das Konzertsegel. Es wird vor musikalischen Aufführungen am Übergang von Hauptschiff und Apsis hochgezogen, um die Akustik zu verbessern. Die regelmäßige Wartung des Dachtragwerks wird zukünftig wesentlich erleichtert.

"Arbeiten an der Basilika sind wegen ihrer Größe immer eine Herausforderung", sagte der Leiter der LBB-Niederlassung Trier, Dr. Christoph Thein. "In den Hallenraum würde die Porta Nigra komplett hineinpassen. Unser Projektteam hat sich der Aufgabe mit Fachkunde und Herzblut angenommen, die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde als Nutzer sowie mit den beauftragten Firmen läuft hervorragend. Wir achten darauf, dass Gottesdienste und Tourismus nicht gestört werden. Von Fall zu Fall müssen in der Halle kleine Flächen mit Flatterband abgesperrt werden, sobald direkt darüber im Dachraum gearbeitet wird."

Für den dritten Bereich der aktuellen Instandhaltungsarbeiten ist kein Gerüst erforderlich, stattdessen ist Gelenkigkeit gefragt: Nur etwa 1,50 Meter hoch ist die Hypokaustenebene unterhalb des Hallenbodens mit Resten der antiken Heißluft-Heizungsanlage. In diesem Labyrinth wird der aus Sicherheitsgründen geforderte zweite Fluchtweg geschaffen, alles ausgeschildert und die Beleuchtung ergänzt. Das schafft bessere Bedingungen für Wartungsarbeiten, und Fachleute können sicherer als bisher den Bauzustand begutachten.

Da die Bestandspläne aus der Zeit des Wiederaufbaus der Basilika nach dem Zweiten Weltkrieg den heutigen Ansprüchen nicht genügen, wurde eine Spezialfirma mit einer fotogrammmetrischen Vermessung mittels Kamera-Drohnen beauftragt. Das Ergebnis sind detailgenaue 3D-Pläne, welche die imposanten Außenmaße bis hinters Komma präzisieren: Firsthöhe 39,26 Meter, Länge 73,10 Meter, Breite 32,62 Meter.

Hintergrundinformation
Die Konstantin-Basilika wurde um 310 n. Chr. als Palastaula (Thronsaal) für den römischen Kaiser Konstantin errichtet. Mit ca. 73 Metern Länge, 33 Metern Breite und 30 Metern Traufhöhe ist sie der größte römische Hallenbau, der überdauert hat. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte sie Zerstörungen und teils radikale Umbauten. Im 19. Jahrhundert wurde sie unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. in ursprünglicher Form wieder aufgebaut und als evangelische Kirche geweiht. Ein weiteres Mal geschah dies nach dem Zweiten Weltkrieg. Original römisch sind noch Apsis, Westwand und Teile der Südwand. 1986 wurde die Basilika zusammen mit der Porta Nigra und weiteren Trierer Römerbauten in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Sie ist ein Patronatsbau des Landes Rheinland-Pfalz, das damit für ihren baulichen Erhalt verantwortlich ist.