Dacharbeiten und Denkmalschutz: Konstantin-Basilika in Trier wird eingerüstet

Zur Sicherung der Handwerker bei Dacharbeiten in mehr als 30 Meter Höhe wird auf dem Dach der Konstantin-Basilika in Trier ein dauerhaftes Seilsicherungssystem montiert. Die Einrüstung des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Gebäudes ist dafür unumgänglich, teilt der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) mit.

TRIER - Vom Gerüst aus sollen auch sämtliche Fensterrahmen der Basilika gestrichen und spezielle Denkmalschutzarbeiten ausgeführt werden. Der Abbau des Gerüstes ist bis zum Jahresende geplant. 

Rund 800.000 Euro investiert das Land Rheinland-Pfalz in diesem Jahr in die Instandhaltung der Konstantin-Basilika und in die Arbeitssicherheit der in der Umsetzung tätigen Fachkräfte. Um alle in Zukunft anfallenden Reparaturen ausführen zu können und damit Schäden an der Dachkonstruktion zu vermeiden, ist die Montage eines Seilsicherungssystems erforderlich. Das teilt der Landesbetrieb LBB mit, dessen Niederlassung Trier die Arbeiten managt.

Seilsicherung wie für Bergsteiger  

Etwas unterhalb vom Dachfirst werden auf beiden Seiten horizontale Seilführungen installiert. Die Handwerker klinken sich wie Bergsteiger mit ihren Sicherungsseilen ein und können dadurch an jeder Stelle des rund 70 Meter langen Daches sicher arbeiten. Neben der Reparatur von verschiedenen Undichtigkeiten an der Dachkonstruktion, die bei turnusgemäßen Kontrollen festgestellt wurden, wird die Blitzschutzanlage saniert und der gemauerte Kaminkopf erneuert.  

Das Gerüst wird auch für verschiedene Arbeiten an den Gebäudefassaden genutzt. Sämtliche Fensteranlagen werden neu gestrichen.

Reste vom Außenputz aus der Römerzeit

An der zum Konstantinplatz gerichteten Westfassade haben sich in den Fensterlaibungen (innere Mauerflächen oben und an den Seiten der Fensteröffnung) original römische Außenputze erhalten, teilweise noch mit Resten römischer Malerei. Um die historischen Putzreste vor Witterungseinflüssen und einem weiteren Verfall zu schützen, werden in den Laibungen Schutz-Überputzungen aufgebracht. Der Schutzüberzug wird dabei ohne Verbindung zum historischen Mörtel aufgetragen und mit einem netzförmigen Befestigungssystem mit dem Untergrund verbunden. Das Verfahren wurde 2011 zunächst an der Nordseite der Apsis eingesetzt und hat sich erwiesenermaßen bewährt. Sämtliche Arbeiten wurden mit der Denkmalpflege abgestimmt und entsprechend genehmigt.        

Auch im Inneren des Dachraums stehen Instandhaltungsarbeiten an. Teile der vom Saal aus sichtbaren Holzkassettendecke und deren Einbauten – wie der Aufhängung der Hängeleuchten –  werden ertüchtigt. Das dafür benötigte Baumaterial kann jedoch nicht über die schmale und extrem steile Wendeltreppe in der Apsis an Ort und Stelle gebracht werden. Deshalb wird im Innenraum der Basilika an einer Stelle ein kleines, turmartiges Gerüst mit einem Materialaufzug aufgestellt und dort ein temporärer Zugang zum Dachraum eröffnet. Auch diese Arbeiten schaffen mehr Sicherheit, unter anderem beim Zugang zu den Dachausstiegen oder beim Bedienen der Hebewerkzeuge im Dachraum, wenn vor musikalischen Aufführungen ein „Konzertsegel“ am Übergang von Hauptschiff und Apsis hochgezogen wird, um die Akustik zu verbessern.

 

Hintergrund: Konstantin-Basilika

Die Konstantin-Basilika wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. als Palastaula (Thronsaal) für Kaiser Konstantin errichtet. Mit 71 Metern Länge, 33 Metern Breite und 30 Metern Traufhöhe ist sie der größte römische Hallenbau, der überdauert hat. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte sie Zerstörungen und teils radikale Umbauten. Im 19. Jahrhundert wurde sie unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. in ursprünglicher Form wieder aufgebaut und als evangelische Kirche geweiht. Ein weiteres Mal geschah dies nach dem Zweiten Weltkrieg. 1986 wurde die Basilika zusammen mit der Porta Nigra und weiteren Trierer Römerbauten in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Sie ist ein Patronatsbau des Landes Rheinland-Pfalz, das damit für ihren baulichen Erhalt verantwortlich ist.