Bohrarbeiten auf Mainzer Uni Campus für Erweiterungsbau des neuen unterirdischen Teilchenbeschleunigers MESA

34 Meter tief ins Erdreich werden derzeit Gründungspfähle auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eingebracht. Die Arbeiten führt der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) im Rahmen des ersten Bauabschnitts des neuen Centrums für Fundamentale Physik (CFP) durch. Das CFP wird die notwendige Infrastruktur für das erweiterte Forschungsprogramm des Exzellenzclusters PRISMA+ der JGU zur Verfügung stellen.

Ein Großdrehbohrgerät mit einer Höhe von rund 30 Metern und einer Motorleistung von 433 kw (589 PS) bringt derzeit auf dem Baufeld zwischen Johann-Joachim-Becher-Weg, Fritz-Straßmann-Weg und Hanns-Dieter-Hüsch-Weg die 36 Gründungspfähle (Durchmesser 1,20 Meter) für einen unterirdischen Erweiterungsbau rund 34 Meter tief ins Erdreich ein. Ergänzend werden eine Bohrpfahlwand bestehend aus 26 Bohrungen (rund 18 Meter tief, Durchmesser 1,20 Meter) und eine rückverankerte Trägerbohlwand mit 34  Bohrungen (rund 16 Meter tief, Durchmesser 0,75 Meter) zur Sicherung der Baugrube hergestellt. Dies geschieht in einem erschütterungsarmen, schwingungsoptimierten Bohrverfahren, um Beschädigungen an den empfindlichen Experimentieranlagen des Mainzer Instituts für Kernphysik wie dem unterirdischen Teilchenbeschleuniger MAMI (Mainzer Mikrotron) zu vermeiden. 

Die bereits bestehenden unterirdischen Hallen werden teilweise umgebaut und um eine 600 Quadratmeter große Experimentierhalle in rund 11 Metern Tiefe erweitert; auf letzterer wird später oberirdisch ein zweigeschossiges Technikgebäude mit rund 590 Quadratmetern Fläche aufgebaut. Hier soll in den nächsten Jahren der neue innovative Teilchenbeschleuniger MESA (Mainz Energy-Recovering Superconducting Accelerator) unterirdisch aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Außerdem wurden im Laufe dieses Jahres bereits eine neue Werkstatt mit Büro- und Aufenthaltsräumen mit 290 Quadratmetern sowie eine Lagerhalle mit 240 Quadratmetern dem Institut zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Die Gesamtbaukosten für diese Maßnahmen belaufen sich voraussichtlich auf 29 Millionen Euro. Die Gesamtbauzeit für die unterirdische neue Halle mit Technikaufbau beträgt rund 32 Monate. Es ist angedacht, im Frühjahr 2020 eine Grundsteinlegung für die neue Experimentierhalle durchzuführen.