Abriss von Leerstandsgebäuden an der Mainzer Universität hat begonnen

Auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz hat der Rückbau des Werkstattgebäudes am ehemaligen Standort des Max-Planck-Instituts für Chemie begonnen. Bei einem Baustellenbesuch informierten sich Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch, Uni-Kanzlerin Waltraud Kreutz-Gers und der Geschäftsführer des Landesbetriebs LBB, Holger Basten, über den Stand der Arbeiten und die weitere Abrissplanung.

Mainz – Mauerstück für Mauerstück bricht der Abrissbagger aus dem ehemaligen Werkstattgebäudes auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Der Bau gehört zu den früher vom Max-Planck-Institut (MPI) für Chemie genutzten Gebäuden am Johann-Joachim- Becher-Weg. Bis zum Sommer sollen das in den 1930er-Jahren erbaute Gebäude, das benachbarte ehemalige Wohnhaus und ein Bürocontainer komplett zurückgebaut sein. Die Gesamtkosten für diesen ersten Rückbau-Abschnitt des alten MPI belaufen sich auf circa 500.000 Euro.

Gebäude M-Haupt

Parallel steht die Beauftragung für den Rückbau des 1959 errichteten früheren Hauptgebäudes des Instituts für Kernchemie gegenüber vom Philosophicum an, das sogenannte Gebäude M-Haupt. „Nach einer Vielzahl bereits erfolgter Rückbauten sind diese Projekte die ersten in einer Kette von großen Rückbauten an zentralen Orten des Campusgeländes“, sagte Holger Basten, Geschäftsführer des Landestriebs LBB, dessen Niederlassung Mainz die Rückbauprojekte plant und steuert.

„Wir freuen uns sehr, dass die Rückbauten in der sogenannten Neuen Mitte des Gutenberg- Campus endlich beginnen, da die Gestaltung dieser Freiräume entscheidend zur Steigerung der Attraktivität unserer Universität beiträgt und die Quartierbildung zur Geltung bringt“, sagt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch.

LBB-Geschäftsführer Holger Basten erläuterte: „Gerade der Rückbau des Hauptgebäudes M-Haupt, in dem unter anderem die Kernchemie untergebracht war, ist ein Beispiel dafür, dass ein Abriss ebenso systematisch geplant und umgesetzt werden muss wie ein Neubau. Von zahlreichen Stellen sind Prüfungen und Genehmigungen erforderlich, externe Fachplaner und Gutachter wurden eingeschaltet und Aufträge nach den Regeln des öffentlichen Vergaberechts vergeben.“

Für die Maßnahme war eine Rückbaugenehmigung durch das rheinland-pfälzische Umweltministerium erforderlich. Nach der Auftragsvergabe kann der Rückbau im Sommer 2019 starten, und zwar beginnend im Inneren des Gebäudes. Die Rückbauzeit ist mit rund einem Jahr veranschlagt. Die Planungskosten in Höhe von bisher 3 Mio. Euro sowie die auf 4 Mio. Euro geschätzten Entsorgungskosten finanziert der Landesbetrieb LBB aus seinen Rücklagen. „Auch für den darauf folgenden eigentlichen Rückbau ist mit einem Millionenbetrag zu rechnen“, so Basten.

Als erstes werden die zugänglichen belasteten Materialien soweit wie möglich dekontaminiert. Die Sonderabfälle werden volumenoptimiert in speziell dafür vorgesehene Behältnisse verpackt, deklariert und an die Landessammelstelle abgegeben. Von dort werden Konditionierungsmaßnahmen veranlasst und die Abfälle zwischengelagert. Im M-Haupt folgt die konventionelle Schadstoffsanierung von Materialien wie Asbest oder alter Mineralfaserdämmung (KMF). Erst danach kann mit dem Rückbau der Baukonstruktion begonnen werden.

Inter I

Der Abrissbeginn für das bereits entkernte und im Gebäudeinneren schadstoffsanierte ehemalige Wohnheim Inter I ist für 2020 geplant. Da das Gebäude mit einer Höhe von ca. 45 Metern nach der rheinland-pfälzischen Landesbauordnung als Hochhaus eingestuft ist, muss vor Beginn der Arbeiten eine Zustimmung bei der Bauaufsicht eingeholt werden. Die Entsorgung verbliebener Schadstoffe in der Fassade stellt bei einem Hochhaus besondere Anforderungen an die Ausführung. Diese werden aktuell mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Aufgrund der vorhandenen dichten Bebauung wird der Rückbau voraussichtlich konventionell, etagenweise durchgeführt werden müssen. Die Nebengebäude – studentisches Gemeinschaftshaus, Garage, Trafostation – werden im gleichen Zuge abgerissen.

Schnellbau I

Ebenfalls für 2020 ist der Rückbau des kürzlich leergezogenen Verfügungsgebäudes SB I (Schnellbau I) am Johann-Joachim-Becher-Weg gegenüber der Mensa geplant.

MPI - BA II (Bau T und O)

Für den zweiten Rückbau-Abschnitt des ehemaligen MPI für Chemie läuft zurzeit die Vorbereitung. Dabei geht es um die beiden früheren Institutsgebäude am Anselm-Franz-von-Bentzel- Weg (Bau O) und am Johann-Joachim-Becher-Weg (Bau T). Errichtet wurden sie bereits Mitte der 1930er-Jahre zu Zeiten der damaligen Flak-Kaserne und nach Gründung der Universität für Forschungszwecke seitens MPI und der Universität genutzt. In einzelnen Bereichen der Gebäude wurde mit Radioaktivität umgegangen. Die strahlenschutzrechtliche Dokumentation der Gebäude wird zurzeit durch einen Fachgutachter geprüft, die Bedingungen für ihren Rückbau werden geklärt.